Neues Jahr, neues Glück?
Am Ende jedes Jahres nehmen sich viele Menschen vor, was sie im nächsten Jahr erreichen/ändern/sich abgewöhnen wollen. Klingt ja auch ganz einfach: Neujahrsvorsätze, man muss sie einfach nur durchhalten.
Weniger Stress, weniger Geld ausgeben, mehr Sport, endlich ordentlich werden, weniger Alkohol trinken, früher aufstehen, Nichtraucher werden… sicher findest auch du dich in dem einen oder anderen Punkt wieder.
Fitness-Studios erleben im Januar eine wahre Flut von Neuanmeldungen, Diät-Pläne werden geschmiedet, die vermeintlich letzte Zigarette wird ausgedrückt und der Wecker tapfer auf einen früheren Zeitpunkt gestellt als üblich.
Auch ich als Ordnungscoach merke immer, dass ein neues Jahr begonnen hat und bekomme viele Anfragen von verzweifelten Personen, die endlich mehr Ordnung in ihr Leben bringen möchten.
Doch schon nach wenigen Tagen oder Wochen ist alles wie vorher. Die doch wirklich guten Absichten kollidieren mit dem Alltag, machen das Durchhalten schwer oder vermeintlich unmöglich. Ich kenne das selbst nur zu gut, glaub mir!
Die gute Nachricht: du kannst Änderungen jederzeit vornehmen, gute Vorsätze in die Realität umsetzen – und zwar nicht nur zu Neujahr!
Warum Neujahrsvorsätze nichts mit Disziplin zu tun haben
Kurzfristig kann Disziplin ein gutes Mittel sein, um seinen Zielen näher zu kommen. Aber die Willenskraft und auch die körperliche Kraft eines Menschen ist begrenzt (ja, auch deine!). Einfach nur diszipliniert zu sein, ist keine dauerhafte Lösung. Vielmehr löst ein Scheitern oft Schuldgefühle und Selbstvorwürfe aus.
Viel wichtiger ist die Frage, warum du etwas vornehmen möchtest. Ist es wirklich dein eigener Wunsch, oder kommt das eher von außen (Freunde, Bekannte, Familie, Social Media?).
Falls du diese Frage mit Ja beantworten kannst, gehe noch ein Stück weiter bei der Frage nach dem „Warum“! Warum genau möchtest du abnehmen/früher aufstehen/ordentlicher werden?
Was eine echte Gewohnheit ausmacht
Nach der Frage nach dem Warum kommen wir nun zum Kern der Sache: das Aufteilen des großen Zieles auf konkrete Schritte.
Statt „ich nehme mir vor ordentlicher zu werden“ wähle lieber einen kleinen, aber dafür sehr konkreten Schritt, der dich zu diesem großen Ziel führen kann.
Zum Beispiel „ich werde jeden Morgen die Spülmaschine ausräumen.“
Das ist nicht nur ein klares Ziel, sondern auch eine in wenigen Minuten machbare und obendrein messbare Aufgabe. Spülmaschine ausgeräumt? Haken dran, fertig.
Eine echte Gewohnheit entsteht durch Wiederholung. Um deine Neujahrsvorsätze umzusetzen, musst du dranbleiben und die dafür erforderlichen Schritte immer und immer wieder durchführen, um diese zu automatisieren. Das geht nicht von heute auf morgen und braucht vielmehr Geduld und Pragmatismus als die eigentlich immer vermutete erforderliche Disziplin.
Nur wenn du dranbleibst, wird eine echte Routine draus, die dich keine Motivation oder Überwindung mehr kostet.
Der entscheidende Hebel: bestehende Abläufe nutzen
Gewohnheiten entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie entwickeln sich durch Wiederholung – sei sie zufällig oder absichtlich.
Am Anfang braucht es zur bewussten Umsetzung eines Neujahrsvorhabens regelmäßig Erinnerungen – diese können Reminder zu einer bestimmten Uhrzeit auf dem Handy sein, ein echtes To-Do auf deiner Aufgabenliste, oder (mein Favorit) die Kopplung an eine andere Tätigkeit, die bereits zu deiner Routine gehört.
Überlege dir, welche Tätigkeiten du mit deinem neuen Vorhaben verbinden könntest.
Direkt nach dem Zähneputzen mit einem bereit liegenden Putzlappen (zu Beginn muss dieser sichtbar sein, auch wenn das dein Ästhetikempfinden stört) das Waschbecken abwischen.
Oder während des Zähneputzens 2 Minuten lang Kniebeugen machen.
Ein persönliches Beispiel, das bei mir super funktioniert:
Wenn ich zu Hause bin, mache ich mir im Laufe des Tages 3-5 Mal pro Tag einen Kaffee. Genauso häufig sollte ich auf Anraten meiner Ärztin Tropfen gegen meine sehr trockenen Augen nehmen.

Seit die Augentropfen einen festen Platz in meiner Kaffeeecke haben, vergesse ich sie tatsächlich nicht mehr. Während der Kaffee in meiner French Press zieht und der Milchschäumer läuft, ist genau der Zeitpunkt an dem ich die Tropfen verwende.
Überlege dir, welche deiner bestehenden Routinen oder Vorlieben du mit deinen Neujahrsvorsätzen verknüpfen kannst!
Warum viele Vorsätze trotzdem scheitern
- Sie sind zu groß (siehe Abschnitt „Was eine echte Gewohnheit ausmacht“)
- Die Erwartungen sind unrealistisch (von der Couchpotato zum Marathonläufer in 3 Monaten? Vergiss es!)
- Das System passt nicht zum Alltag der Person
Wie Neujahrsvorsätze wirklich umsetzbar sind
Auch wenn es unglaublich klingt: aber du kannst jederzeit mit der Umsetzung deiner Ziele beginnen, nicht nur am 1. Januar! Krass, oder?
Fang klein an, Schritt für Schritt. Eine kleine Gewohnheit, die dich keine massive Überwindung kostet. Erst wenn das läuft, kommt der nächste Schritt/die nächste Gewohnheit, die dich zum Ziel führt.
Pausen sind Teil des Systems. Wenn du mal vom Weg abkommst, ist es kein Versagen. Du warst nur kurz abgelenkt vom Leben. Geh zurück und mach einfach weiter. Jeder noch so kleine Schritt ist ein Fortschritt!
Wenn sich dein Ziel nach Zwang anfühlt, ist es nicht das richtige Ziel für dich. Sei mutig und ehrlich zu dir selbst. Du darfst auch einfach abbrechen, wenn du nach einer bestimmten Zeit merkst, die Routine passt einfach nicht zu dir. Überlege dir eine Alternative, die gibt es fast immer.
Praktische Unterstützung für den Alltag
Wenn du deine Neujahrsvorsätze durchhalten möchtest, dann vergiss Perfektion und große Pläne. Entscheidend sind kleine, machbare Schritte, die zu deinem Alltag passen – und Gewohnheiten, die dich unterstützen statt stressen.
Manchmal hilft es schon, ein einzelnes System zu verändern. Gerade in der Küche zeigen sich Routinen (oder ihr Fehlen) besonders deutlich. Wenn du dir hier mehr Struktur wünschst, kann mein kostenloser Email-Kurs „In 7 Tagen zu mehr Ordnung in deiner Küche“ ein guter Einstieg sein, um Ordnung und alltagstaugliche Gewohnheiten miteinander zu verbinden.
Und wenn du dich tiefer mit dem Thema Gewohnheiten beschäftigen möchtest, lege ich dir außerdem das Buch „Atomic Habits“ von James Clear* (Amazon Affiliate) ans Herz. Es erklärt sehr anschaulich, warum kleine Veränderungen langfristig so viel bewirken können – und passt inhaltlich perfekt zu dem, worum es in diesem Artikel geht.
Ganz egal, wofür du dich entscheidest:
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Ein kleiner Schritt reicht. Und der darf auch morgen beginnen – oder übermorgen. Aber am besten jetzt gleich.
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